Das Wort zum Sonntag: Die E-Commerce-Woche mit dem E-Fuchs

(Foto: Tanja Dammert Montage: Jochen G. Fuchs)

Das Wort zum Sonntag ist der ultimative Rückblick auf den E-Commerce-Zirkus der vergangenen Woche. Hier findest du kurze Kommentare und die wichtigsten News der Woche: Number26, Allegro, About You und jede Menge mehr.

Der Senf der Woche: Kommentare zu Number26 und Allegro

Number26: Tech-Medien dürfen ruhig mal kritischer sein, davon stirbt kein Unternehmen

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(Screenshot: Number26 Montage: Jochen G. Fuchs)

Number26 hat diese Woche immer noch viele Blogger und Mitglieder des Fintech-Zirkus beschäftigt. Uiuiui, was war da los. Es gab sogar Videostatements und Beschwörungen, die digitale Hexenjagd doch bleiben zu lassen.

Dabei, Hand auf’s Herz, hat die Tech-Presse eigentlich nur das getan, was sie sonst viel zu wenig, viel zu weichgespült und viel zu zaghaft macht: kritisiert. Und ehrlich gesagt nicht zu unrecht, wie ich hier schon mal erläutert habe. Auch wenn in der Tech-Blogger- und Expertenseele jeder mit Number26 mitgelitten hat und auch verstanden hat, wieso solche Kunden schlecht für’s Geschäftsmodell sind. Schlecht für ein Geschäftsmodell, das eh schon schwer genug zu finden ist.

Trotzdem bleibt übrig, das Number26 ein unausgesprochenes Banker-Tabu gebrochen hat: Girokonten gekündigt. Und das verunsichert Endkunden, wie zum Beispiel ein Blick in die App-Store-Bewertungen zeigt. Und gerade wenn ein Fintech darauf angewiesen ist, dass die Kunden Features nutzen, die erfordern dass man dem Partner das gleiche Vertrauen entgegenbringt wie der schnarchigen alten heimatlichen Sparkasse mit Frau Müller am Schalter, sollten die Kunden nicht verunsichert werden.

Aber liebe Fintech-Lovers: Kein Grund, gleich in Panik auszubrechen. Number26 ist weit entfernt davon, den Geist auszuhauchen. Ganz im Gegenteil, der Medienrummel hat Traction gebracht. Ein gutes Produkt hält auch einmal Kritik aus, sonst ist es kein gutes Produkt. Und Number26 hat aus der kleinen Krise gelernt. Wenn jetzt das Vertrauen der Kunden wiederhergestellt wird, stabilisiert sich die Lage langfristig wieder – auch für andere Girokonten-Fintechs. Auch wenn es nicht zu vermeiden sein wird, dass jeder potentielle Kunde, der etwas von dem Debakel mitbekommen hat, insgeheim wohl noch eine Weile etwas Unsicherheit beim Thema Fintech-Girokonten mit sich herumtragen wird.  

Fragen wir in einem Vierteljahr doch nach, wie viele Kunden vor- und nach dem PR-Debakel das Girokonto von Number26 als Gehaltskonto genutzt haben. Dann wissen wir mehr.

Ground Control ruft Major Allegro: polnischer Marktplatz stellt sich tot

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(Screenshot: Allegro.de)

Oha, der polnische Marktführer kommt. Aber was macht er denn da? Ein Soft-Launch mit knapp 400 Artikeln und einer Handvoll Händler, das ist schon ein wenig seltsam. Eher ein Fall für eine geschlossene (Beta). Sonst ruft man Spott hervor. Was auch prompt passiert: 

Sofort beginnen die ersten Spekulationen: Glaubt man in Polen, die Deutschen saunieren nur? Oder wieso besteht ein gefühltes Viertel des Sortiments aus Bademänteln? Ich vermute ja, dass die Spekulation nicht so weit hergeholt ist, das andere gefühlte Viertel des Sortiments besteht nämlich aus Kunststoff-Swimmingpools. Da kann der Deutsche Saunafetischist sich wunderbar abkühlen, nachdem er sich aus dem polnischen Bademantel herausgeschält hat.

Swimmingpools über Swimmingppols, so geht das seitenweise weiter. (Screenshot: Allegro)

Swimmingpools über Swimmingppols, so geht das seitenweise weiter. (Screenshot: Allegro)

Bevor die Gerüchteküche zu heiß wird – pardon für das Wortspiel – habe ich mich sehr bemüht Allegro in Polen zu kontaktieren. Und zu kontaktieren. Und zu kontaktieren … Und zu … Kurz: Man rührt sich nicht. Die Telefonnummer im Impressum klingelt munter bis die Leitung heiß läuft. Auf Twitter habe ich dort auch niemanden zum schwitzen gebracht. Und die Antwort auf meine E-Mails an die zentrale Presse-E-Mail-Adresse scheint man dort verschwitzt zu haben.

Tipp am Rande, liebes Team von allegro.de: Der deutsche Markt ist recht hitzig, wenn das etwas werden soll mit eurem deutschen Markteintritt, dann müsst ihr jetzt aber mal einen Aufguß zulegen.

Schluß jetzt mit den schlechten Sauna-Wortspielen.

Neues vom E-Fuchs: Infos in eigener Sache

Was du diese Woche von mir lesen solltest: Das Open-Commerce-Konzept von About You und seine Chancen für Blogger und Startups

Das spannendste Thema meiner Woche war eine Analyse der Neuerungen bei Collins beziehungsweise korrekter gesagt bei About You. Deren Open-Commerce-Konzept bedurfte einer Kursänderung. User-Generated-Content, Influencer- und Blogger-Content im Produktstream und eine Generalüberholung der Apps aus den Händen externer Entwickler und Händler macht den Großteil der Neuerungen aus.

Meiner Meinung nach ist das Konzept immer noch innovativ und zukunftstüchtig, der Ansatz bleibt nämlich: Statt Waren der Händler zu verkaufen, verkaufen die Händler und Partner hauptsächlich die Waren von About You.

Ein Blick in meine detaillierte Analyse kannst du hier werfen: „Das Open-Commerce-Konzept von About You und seine Chancen für Blogger und Startups“.

Die E-Fuchs Vorschau: Woran ich diese Woche arbeiten werde

Montag und Dienstag findet ihr mich auf der K5 in Berlin und am Donnerstag und Freitag auf den Solution Days von Softengine, bei letzterem Event halte ich einen am 16.06 gegen 14:00 einen Impuls-Vortrag: „Ökosysteme intelligent nutzen: Amazon & Co als Chance“. Folien gibts dann nach dem Event hier im E-Fuchs-Blog.

Redaktionell werde ich in dieser Woche verschiedene Recherchen zum Thema Brandbuilding in Ökosystemen, Voicecommerce sowie Personalisierung im E-Commerce abschließen – letzteres Thema wird diese Woche online als Anbieterübersicht veröffentlicht.

Liebe Freunde der guten PR, ganz oben rechts auf Kontakt für Presse & PR klicken.

Rubriken

Die Zahlen der Woche

Die wichtigsten Zahlen der Woche aus dem wöchentlichen t3n-Format „E-Commerce-News“ meines Kollegen Brian Rotter, dort finden sich weitere interessante Kurzmeldungen.

  • Der britische Haushaltsgeräteversender AO erzielte in Deutschland 2015/16 einen Umsatz von 55,6 Millionen Euro (40,7 Millionen Pfund), bei einem Gesamtumsatz von 599 Millionen Pfund.
  • Nach Springlane und Urbanara investiert Poco-Inhaber Kohlmann in Bettenriese, die sich so eine Series-A-Finanzierung im siebenstelligen Bereich sichern.
  • Laut einer aktuellen Studie des Branchenverbandes E-Commerce, des Versandhandel Deutschland (bevh) und der Creditreform Boniversum nutzen aktuell rund 40 Prozent der Online- und Versandhändler in Deutschland Dynamic Pricing.

Das Fundstück der Woche

Plum, anscheinend ein Fintech-Startup aus den Händen ehemaliger TicTail und Transferwise, bieten in Großbritannien eine App an, die deine Ausgaben analysiert, kategorisiert und automatisiert. Und dann? Übrige Mittel zum Sparen auf die Seite legt. Aktuell nur in GB verfügbar.

Die E-Commerce-Woche bei t3n

Die interessantesten Artikel aus meinem Ressort bei t3n.de. Aus unterschiedlichen Federn.

Titelbild: Tanja Dammert Montage: Jochen G. Fuchs

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